SkyMaxx Pro und Real Weather Connector

So eindrucksvoll wie die Natur bekommt derzeit kein Computerprogramm die Darstellung von Wolken hin. Mit SkyMaxx Pro und dem Real Weather Connector gibt es aber immerhin Addons, die X-Planes doch recht schwache Wetterdarstellung etwas realistischer gestalten wollen – wenn auch auf Kosten eines Mehrbedarfs an Rechenleistung und eines nicht gerade geringen Budgetbedarfs; beide Addons zusammen schlagen immerhin mit rund 60 US-$ zu Buche. Was bekommt man also im Tausch gegen Geld und FPS?

Zunächst einmal wäre das SkyMaxx Pro 3 (von mir in den Versionen 3.0, 3.1, 3.1.1 und 3.1.2 getestet), kurz SMP. Es kümmert sich um das Rendering von Wolken, greift aber ansonsten nicht weiter in das Wettergeschehen ein, sondern greift auf die Wetterdaten von X-Plane selbst zurück. Die optische Darstellung von Wolken wird durch SMP stark verbessert; insbesondere Kumulus-Wolken erscheinen damit sehr viel realistischer – allerdings besonders dann, wenn zur Darstellung selbiger die performance-intensivste Einstellung („sparse particles“) gewählt wurde. SMP selbst ist also vornehmlich etwas für's Auge und gestaltet das Wettergeschehen selbst noch nicht realistischer.

Richtig spannend wird die Sache jedoch in Verbindung mit dem Real Weather Connector (RWC). Dazu muss man zunächst einmal verstehen, worin die Limitierung von X-Plane eigentlich liegt: Normalerweise kann von X-Plane zur Zeit nur ein Wetterzustand dargestellt werden, und dieser ändert sich immer dann abrupt, wenn neue Wetterdaten zur Verfügung gestellt werden (z. B. durch Download einer frischen METAR-Datei). RWC versucht, diese Limitierung zu umgehen, indem auch das korrekte Wetter in benachbarten Parzellen dargestellt werden kann. Dadurch werden Übergänge weniger abrupt, und man sieht bereits vorab das Wetter, in das man gleich hineinfliegen wird.

Soweit die Theorie; in der Praxis gibt es jedoch einige Limitierungen, die man kennen sollte, bevor man von der doch recht kostspieligen Investition enttäuscht ist. Wie schon angesprochen benötigt das Duo aus SMP und RWC ordentlich Grafik-Leistung. Dieser Bedarf schlägt umso deutlicher zu Buche, je größer das abzudeckende Gebiet gewählt wurde. Doch was ist sinnvoll, und wo liegen hier die Grenzen? SMP kann maximal ein Gebiet von 22.500 km2 darstellen. Das klingt zunächst viel, doch rechnen wir einmal ein bisschen herum. Diese Fläche entspricht einem Quadrat von gerade einmal 150 km Kantenlänge. Befindet man sich in der Mitte des Quadrats, sieht man auf eine Entfernung von 75 km realistisches Wetter; das entspricht ca. 40 NM. Fliegt man mit einem Jet in größerer Höhe, ist in der Regel eine weit größere Sichtweite auf Wettersysteme gegeben.

Anders sieht es natürlich mit kleinen, langsamen Flugzeugen oder Hubschraubern aus, die in weit geringerer Höhe operieren. Von solch einem Cockpit aus betrachtet nehmen sich mit SMP und RWC umgesetzte Wettersysteme recht realistisch und optisch eindrucksvoll aus – wenn nicht gerade einer der auch in der neuesten SMP-Version (3.1.2) vorhandenen Rendering-Bugs zuschlägt. Ab und zu erscheinen „Geisterwolken“, die gar nicht zum aktuellen Wettersystem gehören können. Oft äußern sich diese Bugs in einer äußerst dichten, geschlossenen Wolkendecke in niedriger Höhe (zumeist jetzt schmutzig weiß, während sie in älteren Versionen auch schon mal schwarz sein konnten). Diese sonderbaren Wolken tauchten bei mir meist auf, wenn SMP nicht den vollen Sichtbereich kontrollieren durfte.

Die Entwickler sind sehr rührig und nehmen konstruktive Verbesserungsvorschläge gerne entgegen. Sicherlich werden die Fehler in den kommenden Versionen noch ausgebügelt – die Restriktion mit dem maximal darstellbaren Sichtbereich wird aber nicht so leicht zu umgehen sein. Für eine realistische Sichtweite müsste der darstellbare Bereich auf über 300.000 km2 ausgeweitet werden. Daran scheitert aber beim momentanen Stand der Technik selbst der stärkste Rechner.

Mein Fazit: SMP und RWC im Gespann verbessern die Wolkendarstellung in X-Plane deutlich. So richtig profitieren davon aber eher GA-Piloten, während Airline-Kutscher dann doch an die Grenzen des derzeit technisch machbaren stoßen.

Comments: 0 (Discussion closed)
    There are no comments yet.