Vindaloo vom Schwein
Goa-Gulasch für echte Chili-Heads
Über Chilis und Schärfe
Das Gericht ist im Original extrem scharf und für die meisten europäischen Gaumen wohl kaum genießbar. Die Schärfe kommt bei diesem Gericht einzig aus den Chili-Schoten, die zur Herstellung der Würzpaste verwendet werden. Ich habe für mich eine Chili-Mischung ausbaldowert, die zwar für kräftige Schärfe sorgt, das Gericht aber noch im essbaren Rahmen belässt. Meine persönliche Zusammenstellung sind 1 Jalapeño, 1 Santa Fé, 1 Rocota und 1 Habanero. Das ist zwar nicht ganz original (schließlich dürften in Indien wohl kaum süd- und mittelamerikanische Chili-Sorten Verwendung finden), trifft aber meinen Geschmack. Wie viel und welche Sorte an Chilis Sie verwenden, müssen Sie selbst austesten. Meine Empfehlung: fangen Sie mit 4 entkernten Chilis mittlerer Schärfe an und steigern Sie dann langsam…
Zubereitungshinweise
Das Gericht erfordert eine lange Marinierzeit. Deshalb ist es unumgänglich, die ersten Arbeitsschritte bereits am Vortag durchzuführen. Außerdem sollten Sie für die Zubereitung wirklich auf Gewürzpulver verzichten und wie beschrieben die Gewürze frisch mit einem Mörser zerkleinern. Steht Ihnen kein Mörser zur Verfügung, können Sie einfach eine kleine Edelstahlschüssel (oder glasierte Keramik oder Steingut) und einen Eisportionierer verwenden – zur Not tut's sogar ein Gefrierbeutel nebst Nudelholz oder Fleischklopfer ![]()
Zutaten
Mengenangaben beziehen sich auf 4 Personen.
Für die Marinade
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 6 Nelken
- 6 grüne Kardamomkapseln
- 120ml Weißweinessig
- 2 EL braunen Zucker
Für die Würzpaste
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Stück frischen Ingwer (3-4 cm)
- 4 – 6 frische Chili-Schoten
- 2 Stangen Zimt
- 1 TL Kreuzkümmel-Samen (Cumin)
- 2 TL Koriandersamen
- ½ TL Kurkumapulver
- 80ml Weißweinessig
Übrige Zutaten
- 750 g Schweinegulasch (auf die Fleischqualität achten!)
- 3 große Zwiebeln (Gemüsezwiebeln)
- 450ml Wasser
- Salz
- Öl zum braten
Vorbereitung
Wie bereits angedeutet, muss das Fleisch bereits am Vortag mariniert werden. Zur Herstellung der Marinade Pfeffer, Nelken und Kardamom in einem Mörser zerstoßen. Mit dem Zucker und dem Essig mischen. Das Fleisch in ein hermetisch verschließbares Gefäß geben und mit der Marinade übergießen. Gut durchmischen und darauf achten, dass das Fleisch vollständig bedeckt ist. Danach das Gefäß gut verschließen (ansonsten werden am nächsten Tag alle anderen Kühlschrank-Insassen ein leichtes Essig-Aroma angenommen haben) und über Nacht in den Kühlschrank stellen (mindestens 12 – 14 Stunden).
Zubereitung
Zunächst einmal muss die Würzpaste hergestellt werden. Zerstoßen Sie hierzu die Zimtstangen, den Kreuzkümmel und die Koriandersaat in einem Mörser. Den Ingwer schälen und in 3-4 Stücke schneiden, die Knoblauchzehen schälen und bei den Chilis die Stilansätze entfernen (und ggf. Samenscheidewände und Kerne ebenfalls). Das alles zusammen mit dem Kurkuma und dem Essig in einen Mixer geben und zu einer sämigen Paste pürieren. Danach am besten sofort in ein geschmacksneutrales Gefäß umfüllen und den Mixer reinigen.
Als nächstes die Zwiebeln schneiden (nicht zu fein hacken, ca, 5mm starke Würfel sind genau richtig) und das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen. Das Fleisch entweder per Sieb von der Marinade trennen oder mit einem Schaumlöffel herausheben. Die Marinade dabei unbedingt aufbewahren! Das Fleisch mit Küchenpapier trockentupfen und beiseite stellen.
In einem großen Schmortopf das Öl stark erhitzen (am besten Erdnussöl verwenden). Die Zwiebeln hinzugeben und unter ständigem Rühren braun anbraten. Dann das Fleisch hinzugeben und zur Versiegelung ebenfalls für 2 – 3 Minuten anbraten. Danach die Gewürzpaste hinzufügen und ebenfalls 2 – 3 Minuten mitbraten, bis die meiste Flüssigkeit verdunstet ist. Danach salzen, mit der Marinade ablöschen und mit dem Wasser auffüllen. Bei schwacher bis mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel ca 45 Minuten durchgaren. Zum Schluss den Deckel entfernen und für weitere 10 – 15 Minuten bei mittlerer Hitze sämig einkochen lassen.
Beilagen und Getränke
Klassisch gehört neben Reis und Brot auch ein Dal (Gericht aus Hülsenfrüchten) mit auf den Tisch. Wer den Aufwand scheut, kann auch einfach nur Reis, eine Raita (Kaltspeise mit Joghurtsauce, z. B. aus Gurken und/oder Tomaten) oder Hefe-Fladen dazu reichen.
An Getränken bietet sich alles an, was zum ablöschen der Schärfe dienen kann, nach Möglichkeit aber kein Alkohol. Ich persönlich würde auf eine reichhaltige Beilage verzichten und stattdessen einen Joghurt-Milchshake als Feuerlöscher servieren.

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