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My Universe Blog » Entries Tagged as Oracle

Solaris Express ist da

Posted by Jesco Freund at Nov. 17, 2010 4:52 p.m.

Über das Aus für OpenSolaris hatte ich bereits vor einiger Zeit berichtet. Nun wurde – wie von Oracle damals angedroht – Solaris 11 Express veröffentlicht.

Das düstere Orakel, „Express“ könnte eine ähnliche Bedeutung einstreuen wie das „Express“ in der Oracle Database Express Edition, war von einigen belächelt worden – doch genau das ist jetzt eingetreten. Die Lizenz, unter der Solaris Express zum Download angeboten wird (OTN License Agreement for Oracle Solaris) erlaubt die Nutzung explizit nur für Entwicklung, Test, Prototyping und zu Demonstrationszwecken – andere Nutzungsarten außer den genannten sind ausdrücklich nicht erlaubt.

Da für mich nicht klar ersichtlich ist, wie es mit Solaris weitergeht und welche Software mir als Hobby-Entwickler auch weiterhin zugänglich sein wird (was ist mit Sun Studio, dem C-Kompiler, …?), werde ich meine Programme weiterhin nur unter Solaris 10 / SPARC testen – das Upgrade auf 11 Express werde ich mir wohl nicht antun (zumal Oracle offenbar auch keine Datenträger mehr verschickt – zu Sun-Zeiten waren sie kostenlos oder für kleines Geld zu haben gewesen).

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Die Zukunft von MySQL

Posted by Jesco Freund at Nov. 7, 2010 1:40 p.m.

Mit der Übernahme von Sun begann Oracle, sich wie der Elefant im Open Source Porzellan-Laden zu benehmen. Zuerst traf es die gerade von Sun erst aufgebaute Entwickler-Platform Kenai, und vor kurzem wurde auch das Schicksal von OpenSolaris wohl endgültig besiegelt. Jetzt also auch noch MySQL – zumindest laut eines Berichts bei Heise.

Bevor jetzt alle losrennen und Zetermordio schreien, empfehle ich erst mal einen kühlen Blick auf die Faktenlage. Oracle hebt die Preise für die bisher bestehenden kommerziellen MySQL-Produkte an und schränkt deren Funktionsumfang teilweise erheblich ein (Storage-Engines, Cluster-Fähigkeit). Dieser Schritt ist zwar höchst ärgerlich für Bestandskunden, aber kurzes Nachdenken macht ihn erklärbar. MySQL in technischer Vollausstattung (InnoDB, Replikation, NDB) wildert im unteren Segment der Oracle Database, und das zu deutlich günstigeren Preisen.

Für zahlende Kunden wird es damit attraktiver, über alternative Optionen nachzudenken. Eine wäre, als Software-Basis auf die MySQL Community Edition zu setzen (über deren weiteres Schicksal sich Oracle allerdings noch nicht explizit geäußert hat) und sich den Support von dritter Seite zu kaufen. Sollte Oracle irgendwann den Zugang zur Community Edition ebenfalls einschränken, könnte auf MariaDB ausgewichen werden – so bliebe einem eine komplexe Migration zu einem komplett anderen Datenbank-Produkt erspart.

Der echte Schaden könnte aber tatsächlich in der Community Edition entstehen. Mit seinen bisherigen Entscheidungen hat Oracle bereits deutlich bewiesen, dass diesem Laden in puncto Open Source nicht zu trauen ist. Mich persönlich würde es nicht wundern, wenn die Community Edition über kurz oder lang ebenfalls nur noch eingeschränkt verfügbar sein wird, ähnlich OpenSolaris. Im Bereich Open Source Entwicklung hat Oracle in meinen Augen bereits einen irreparablen Schaden angerichtet – ich werde mich jedenfalls bei meinen Projekten künftig auf andere relationale Datenbanksysteme stützen, bei denen ich für die Zukunft einigermaßen sicher sein kann, dass sie weiterhin frei und im Quelltext verfügbar sein werden.

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Traurige Nachricht zu OpenSolaris

Posted by Jesco Freund at Aug. 13, 2010 10:39 p.m.

Im Netz kursiert ein geleaktes Schreiben (Echtheit nicht bestätigt), in dem Oracle das Ende von OpenSolaris erklärt. Künftig soll es wohl – analog zur Oracle Database – eine Express-Version geben, die zwar kostenfrei, aber nicht Open Source ist. Ob diese auch im Funktionsumfang gegenüber dem für nächstes Jahr angekündigten Solaris 11 abgespeckt sein wird, war dem Schreiben nicht zu entnehmen. Dazu passt eine Diskussion im OpenSolaris-Forum.

Das Ende von OpenSolaris zieht weitaus schwerere Konsequenzen nach sich, als vielleicht auf den ersten Blick zu vermuten ist. Einige Technologien, die im Rahmen des OpenSolaris-Projekts entwickelt wurden, sind auch in andere Open Source Projekte eingeflossen. Zu den prominenteren Vertretern gehören dabei ZFS und DTrace, die beispielsweise in FreeBSD eingeflossen sind.

Durch das aktuelle Verhalten von Oracle (monatelanges Schweigen, seltsames Gebahren gegenüber dem OpenSolaris-OGB und zuletzt die Patenttrollerei) werden diese Technologien zum Risiko für FreeBSD. Zwar dürfen ZFS und DTrace rein lizenzrechtlich problemlos als Bestandteil des FreeBSD-Kernels verteilt werden. Jedoch kann wohl derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass Oracle diese beiden Produkte als Closed Source weiterentwickelt und vom derzeit verfügbaren Quellcode ausgehende Forks mit Patentklagen bedrohen wird.

Auch wage ich zu bezweifeln, dass außerhalb von OpenSolaris und ohne Unterstützung durch ehemals Sun eine effektive Weiterentwicklung von ZFS und DTrace möglich sein wird – dazu fehlt schlicht die Manpower. ZFS beispielsweise ist bei FreeBSD eine One Man Show – für die Portierung gerade noch ausreichend, aber Weiterentwicklung wird so nicht funktionieren. Da tröstet es auch wenig, dass vor gerade mal 10 Tagen mit dem Illumos Project der Versuch gestartet wurde, ein wirklich freies OpenSolaris zu entwickeln. Auch dieser Trupp ist nicht gerade üppig mit Manpower ausgestattet, und wenn Oracle mit der Patentkeule winkt, sind die Lichter da schneller wieder aus, als dort die Sonne aufgehen kann.

Irgendwie war ja soetwas zu befürchten – Oracle ist in der Open Source Welt nicht wirklich verankert, und Larry Ellison hat schon immer keinen Zweifel daran gelassen, dass es in allererster Linies um's Geldverdienen geht. Erschreckend ist nur, dass OpenSolaris nicht die letzten Open Source Projekte sind, die durch die Sun-Übernahme in ihrer Existenz bedroht sind. Mal gucken, wen die sich als nächstes zur Terminierung vornehmen – MySQL, oder doch erst NetBeans?

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