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Neues von der Webbug-Front

Posted by Jesco Freund at Sept. 25, 2011 11:23 a.m.

Offenbar waren einige Zeitgenossen naiv genug zu glauben, dass remote eingebundene Webbugs keinen Veränderungen unterliegen können. In diesem Fall war es Facebook, genauso gut hätte es ein beliebiger anderer Tracker sein können. Spannend finde ich den Kommentar eines (angeblichen) Facebook-Mitarbeiters (sinngemäß wiedergegeben):

Wir haben das gemacht, weil wir davon ausgehen, dass unsere User das gerne möchten. Wer das nicht mag, kann es ja nachträglich abschalten.

Sorry Leute, wenn euch so etwas überrascht, dann habt ihr einfach ein paar Jahre tief und fest gepennt. Unternehmen wie Facebook, Google, LinkedIn und wie sie alle heißen leben davon, Daten über euch (und andere) zu sammeln. Schon rein unter ökonomischen Gesichtspunkten könnt ihr nicht erwarten, dass die ihre Dienste an euch verschenken, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Das heißt nicht, dass diese Unternehmen böse sind – es bedeutet schlicht, jeder muss wissen, worauf er sich einlässt, wenn er mit einem solchen Unternehmen eine Geschäftsbeziehung eingeht (nichts anderes ist ein Facebook-Account).

Ein Nachsatz in eigener Sache: Die Geschichte bestärkt mich in meiner Haltung, Webbugs grundsätzlich abzulehnen. Sie zwingen dem Besucher einer Seite etwas auf, das dieser eventuell gar nicht wollte. Ich möchte selbst entscheiden, mit welchem Unternehmen ich eine Geschäftsbeziehung eingehe – und möchte sie nicht heimlich durch einen (unsichtbaren) Tracker untergejubelt bekommen. Die Pest auf Seiten der Website-Betreiber auszurotten habe ich mittlerweile als Utopie zu den Akten gelegt – bleibt also nur noch, browser-seitig gegen allzu viel Neugier aufzurüsten…

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