Qt Creator mit CMake
Posted by Jesco Freund at March 27, 2011 5:42 p.m.
Auch C-Programmierer schätzen Komfort – mir jedenfalls geht es so. Warum sollte ich meinen Code mit vi schreiben, wenn es auch bequemer geht? So zahlreich die IDEs mittlerweile auch sind – für meine Bedürfnisse war bisher nur wenig brauchbares darunter. Sicher, Eclipse CDT ist eine passable Entwicklungsumgebung, auch NetBeans ließe sich benutzen. Aber die Java-Schwergewichte (und mittlerweile de-facto-Standards im IDE-Umfeld) sind nicht für Projekte ausgelegt, die CMake als Build System verwenden. Selbiges gilt übrigens auch für Anjuta – hier liegt der Fokus klar auf den GNU Autotools.
Interessanterweise kommen aus der Qt-Ecke zwei IDEs, die mit CMake recht gut zusammen arbeiten. Da wäre zum einen KDevelop 4. Leider ist Version 4 noch etwas wackelig, und auch die Zusammenarbeit mit Versionskontrollsystemen läuft noch nicht so ganz rund – mit Subversion klappt's einigermaßen, mit Git so lala und Mercurial wird derzeit gar nicht unterstützt. Schade eigentlich, denn die CMake-Unterstützung ist wirklich exzellent; die Mouse-Over Dokumentationseinblendungen sind wirklich der Hammer und machen auch CMake-Neulingen den Einstieg sehr leicht.
Im Bewusstsein der meisten C-Programmierer spielt Nokia's Qt Creator eine eher untergeordnete Rolle – dabei kann die recht schlank geratene IDE viel mehr, als nur C++-Code mit Qt zu verleimen. Die Editor-Komponente kann selbstverständlich auch mit „normalen“ ANSI C Code- und Headerdateien umgehen. CMake anstelle von qmake wird ebenfalls unterstützt, auch wenn das nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Da keine Projekt-Templates für CMake mitgeliefert werden, bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder von Hand ein CMake-Projekt im Dateisystem anlegen und dieses einfach öffnen, oder eigene Templates bauen.
Genau letzteres habe ich jetzt getan, damit ich nicht mehr so häufig zwischen Shell und IDE hin- und herhüpfen muss. Wer mag, kann sich die Templates gerne herunterladen. Die Datei muss nach /usr/local/share/qtcreator/templates/wizards/ entpackt werden (unter Linux kann der Prefix verändert sein, dann wäre es /usr/share/…). Beim nächsten Start der IDE steht dann eine neue Kategorie CMake Projects zur Verfügung. 100%ig perfekt sind die Templates noch nicht; das ausführbare Binary findet Qt Creator noch nicht ohne Hilfe – eine Kleinigkeit, die sich IMHO aber verschmerzen lässt.
No comments | Defined tags for this entry: development, IDE, open source, Qt Creator
Comments
No comments

Content is subject to the conditions of the