ZFS auf den Zahn gefühlt
Posted by Jesco Freund at Jan. 16, 2011 1:03 p.m.
Im aktuelle Linux-Magazin ist ein Artikel über ZFS unter Linux abgedruckt. Unter anderem zeigt besagter Artikel auch einen Benchmark zwischen ZFS unter OpenSolaris, FreeBSD und Linux (in unterschiedlichen Spielarten). Das wiederum hat mich auf die Idee gebracht, den Zpool (vom Typ mirror, aufgebaut aus zwei Slices) in meinem Server mal etwas zu quälen.
Herausgekommen sind dabei die Werte in der nebenstehenden Grafik. Die angezeigten Werte sind Mittelwerte aus 3 Meßzyklen (ursprünglich hatte ich 4 Messungen, aber eine lieferte sehr stark abweichende Werte, so dass ich diese Messung verworfen habe). Die blaß dargestellten Werte sind Vergleichswerte von meinem PC zu Hause – um Längen schwächere Hardware (ein alter Netburst PIV anstelle eines modernen Core 2 Quad, 2 statt 8 GB RAM, SATA-1 statt SATA-2), außerdem dm-raid (RAID1) mit dm-crypt (Twofish im XTS-Modus) und LVM2 übereinandergestapelt und anschließend mit ext4 formatiert.
Trotz betagter Hardware und software-seitigem Quälfaktor hält meine alte Gurke bei den Schreibwerten ganz locker mit – hier scheint ZFS etwas schwach auf der Brust zu sein (jedenfalls hätte ich durch dm-crypt deutlichere Leistungseinbußen erwartet). Die Werte für's Lesen erfreuen mich jedoch gleich wieder; hier spielt ZFS seine Überlegenheit deutlich aus. Auf dem Server sind tendenziell mehr lesende Operationen zu erwarten (gerade MySQL liest bei mir sehr viel, von den ca. 3.000 Queries pro Stunde sind nur ca. 20 schreibend) – das fällt also wesentlich stärker ins Gewicht.
Trotzdem ist die Schreibperformance nicht zufrieden stellend, zumal in den Benchmarks des Linux-Magazins bei ähnlicher Hardware fast doppelt so hohe Schreibwerte gemessen wurden. Das muss ich mir also bei Gelegenheit mal genauer ansehen – irgendwo muss es da ja einen Flaschenhals geben.
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