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Spielzeug für Informatiker

Posted by Jesco Freund at Jan. 12, 2011 10:19 p.m.

Heute ist die Synology DS211j in der Packstation eingetrudelt. xtivate hatte super schnell reagiert, Montag war das gute Stück bereits auf dem Weg (nur DHL hat mal wieder einen Tag länger gebraucht).

Obwohl xtivate die beiden Festplatten bereits eingebaut hatte, musste ich mir natürlich mal das Innenleben anschauen. Die beiden verbauten Samsung HD204UI sind ordentlich mit jeweils 4 Schrauben fixiert. Kabel gibt es keine – die Platten hängen an einer Backplane, so dass das Gehäuse innen schön aufgeräumt ist.

Aufstellen und Anschließen ist super einfach - Strom rein, Netzwerkkabel rein, einschalten, fertig. Die DiskStation bezieht ihre IP per DHCP, falls im Netz ein DHCP-Server verfügbar ist (was bei mir der Fall ist). Zwar ist der Synology Assistant auf CD beigepackt (und vorbildlich in je einer Version für Windows, Linux und Mac vorhanden), aber ich hatte keine Lust, irgendwelche Software zu installieren. Also den Router befragt, welche Adresse die DS zugeteilt bekommen hat und direkt per Browser in die Verwaltungsoberfläche namens DiskStation Manager eingeklinkt.

Der DiskStation Manager ist eine Weboberfläche, die es in sich hat. Vom Feeling her irgendwo zwischen KDE 4 und Mac OS X angesiedelt, könnten sich andere Appliances davon wirklich mal eine Scheibe abschneiden. Man merkt überhaupt nicht, dass man in einer Webanwendung unterwegs ist – allerdings fordert der massive Ajax-Einsatz auch seinen Tribut: Ein aktueller Browser muss schon sein, damit die Oberfläche funktioniert. Mit Chromium 8.0.552.224 funktioniert es jedenfalls ganz ausgezeichnet.

Computerbild-Anwender dürften mit dem DiskStation Manager allerdings etwas überfordert sein. Wer sich mit Dingen wie RAID, Volumes, iSCSI & Co. schon mal beschäftigt hat, braucht keine Bedienungsanleitung, um die beiden eingebauten Platten zu einem RAID1 zu verbandeln. Für den Rest der Welt ist in der Bedienungsanleitung vieles erklärt, ausgerechnet jedoch der Punkt zur Erstellung eines RAID-Volumes nicht. Dafür ist ausführlich dokumentiert, wie man ein bestehendes Volume migriert, erweitert, kaputt macht, etc.

Momentan baut mein RAID1 sich noch auf (das wird auch noch ein paar Stündchen dauern, denke ich). Trotzdem habe ich schon eine Menge Dinge entdeckt, die mich spontan begeistert haben. Die Verarbeitung der DiskStation ist wirklich gut – alles ist verschraubt, nicht geklebt oder gesteckt. Auch den Lüfter kann man notfalls demontieren, ohne dabei etwas kaputt zu machen. Das Gerät ist im Betrieb sehr leise (ich höre es jedenfalls nicht, mein PC ist lauter), und die Firmware (DiskStation Manager) ist der Knaller: Zeitsynchronisation mit einem NTP-Server, alternative Administration via SSH oder Telnet, ein (rudimentärer) Paketfilter, zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten und die Möglichkeit, das Gerät via SNMP zu überwachen sind nur ein paar Highlights. Den Rest (insbesondere SMB, NFS und iSCSI) schaue ich mir dann morgen an.

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