Sacred 2 – RPG mit extremem Suchtfaktor
Posted by Jesco Freund at Jan. 12, 2009 11:50 a.m.
Letzte Woche bin ich doch eingeknickt – zu groß war die Neugier auf „Fallen Angel“. Immerhin konnte ich es mir verkneifen, die 15 zusätzlichen Euronen für die Collectors Edition abzudrücken (wenn da ein T-Shirt mit drin gewesen wäre, hätte das vielleicht anders ausgesehen…)
Die Installation ist eine kleine Geduldsprobe: Das Spiel kommt auf zwei DVDs daher, deren Installation ca. eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Danach darf man sich noch drei Patches herunterladen, die insgesamt 1,3 GB
groß sind – selbst mit DSL eine langwierige Angelegenheit, nicht zu sprechen von der anschließenden Installation.
Sind diese Hürden erst mal überwunden, kann der Spielspaß beginnen. Wer Sacred bzw. Underworld kennt, muss sich erst mal mit der Steuerung vertraut machen. Die Tasten sind anders (aber nicht unpraktisch) vorbelegt, und besonders ungewohnt ist die frei dreh- und zoombare Kameraperspektive (was anfangs vor allem die Orientierung erschwert, aber dank fein konfigurierbarer Mini-Map kommt man damit recht schnell zurande).
Die Charaktere sind wesentlich stärker individualisierbar als noch bei Sacred und Underworld. Die Zahl der entwickelbaren Fähigkeiten ist ungleich größer; hinzu kommt, dass man sich für eine Seite (grob könnte man die als Gut vs. Böse bezeichnen, aber das trifft es noch nicht ganz…) entscheiden muss. Außerdem darf man eine Gottheit auswählen, die einen zusätzlichen Zauber bereitstellt, der recht wirksam ist, wenn man in eine größere Gegner-Horde geraten ist (allerdings auch eine fürchterlich lange Regenerationszeit hat).
Ich habe erst mal mit dem Inquisitor im Single Player Mode begonnen, die dunkle Kampagne auf Stufe Bronze zu spielen. Wer schon mal Sacred gespielt hat, sollte aber die Warnungen im Handbuch vor der Schwierigkeit einiger Charaktere nicht allzu ernst nehmen – nach einigen Stunden (die hauptsächlich zum erlernen der Steuerung nützlich waren) bin ich auf die Dryade in Stufe Silber umgestiegen (ich mag Fernkämpfer einfach lieber – da muss man nicht so mühselig hinter jedem flüchtenden Gegner herrennen
)
Am Wochenende haben wir dann mal den Multiplayer-Fähigkeiten auf den Zahn gefühlt. Im Kampagnen-Modus muss man einiges beachten (z. B. sollte man einen jungfräulichen Charakter verwenden, da sonst der Spielstand nicht gespeichert werden kann), aber technisch gesehen ist das einrichten eines MP-Spiels sehr einfach (den WiFi-Ad-Hoc Modus haben wir dabei aber nicht getestet).
Dank Charakter-bezogener Quests und deutlich besserer Team-Integration ist der Multiplayer-Modus kein banales nebeneinander herspielen mehr wie noch beim Vorgänger, sondern tatsächlich eine Herausforderung, die ohne Zusammenarbeit kaum zu bewältigen ist. Uns hat es jedenfalls dermaßen viel Spaß gemacht, dass wir Freitag und Samstag zusammengenommen auf etwa 25 Stunden reine Spielzeit gekommen sind (und das, wo wir freitags erst um 19:00 Uhr begonnen haben
).
Fazit: Das Spiel ist genauso liebevoll gestaltet wie das alte Sacred, bietet jede Menge lustiger Details und viele freche Sprüche. Die Musik ist dank Blind Guardian deutlich besser als im ersten Teil, es gibt deutlich mehr Quests und der Multiplayer Mode hat seinen Namen nun auch endlich verdient. Bleiben nur zwei Wermutstropfen: Das Spiel läuft nur unter Windows, und es macht süchtig!
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