Zeitlos
Posted by Jesco Freund at March 20, 2008 3:18 p.m.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunkenUnd der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,der Funker zu feig' um SOS zu funken.Klabautermann führt das NarrenschiffVolle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.aus: Das Narrenschiff, Reinhard Mey, 1998
Ob es wohl Weitsicht war, diese Zeilen zu jener Zeit zu verfassen? Vor Rot-Grün und Großer Koalition, 9/11, Afghanistan, Harz IV, Irak, George W. Bush, vor den Mannesmann-Prozessen, Klima-Katastrophe und der VW-Affäre, Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung? Oder war vielleicht „damals“ gar nicht besser, hatten die Skandale und Katastrophen einfach nur andere Namen? Auch wenn die Zeilen selbst recht düster klingen, so haben sie auch eine positive Botschaft – die negativen Begleiterscheinungen der Menschheit sind scheinbar etwas zeitloses. Kein Grund also, sich das Leben durch permanente Negativ-Meldungen vermiesen zu lassen. Dieses Hintergrund-Rauschen hat es immer gegeben und wird es immer geben; Macht über uns kann es nur gewinnen, wenn wir zulassen, dass es unser Leben bestimmt.
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Ich teile Deine Meinung, dass wir heutzutage einfach nur dem Versuch erliegen dieser Propaganda im Hinblick auf die Negativmeldungen zu erliegen. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund sich unterkriegen zu lassen, immerhin muss man feststellen, dass verdammtnochmal jeder für sich und das was er tut - oder eben nicht - selbst verantwortlich ist.
Es erschüttern mich immer Dikusionen bei denen nach dem Punkt die Essenz bleibt, dass andere doch bitte die arme Seele retten sollen... Ich hasse es.
Für meinen Teil stelle ich immer häufiger fest, wie schrecklich zufrieden ist doch eigentlich bin und wie wunderbar sich die Dinge in meinem Leben steuern lassen und entsprechend ändern/anpassen. Dabei führe ich absolut kein Sorgenfreies Leben, zumindest, wenn ich den Urteilen meiner Gesprächspartner glauben schenken darf.
Mein Rezept heißt oft: Abwarten. Es gab bisher eigentlich nicht ein Ereignis, auf welches sofort und ohne Verzicht reagiert werden musste. Selbst Phasen lassen sich relativiert betrachten, wenn man sich einfach mal einen Zeitstrahl vorstellt und die geschätzte Dauer darin einträgt. So stellt man z.B. fest, das diese <IRONIE>absolut unverständliche und nicht zu überwindende Situation der Krankheit/Arbeitslosigkeit/Trennung </IRNOIE> kaum in der Skala zu erkennen ist.
Daher blicke ich all dem Höllenmäßig üblen, dass ja schon bald auf uns zukommt - zumindest, wenn man die Aussagen der Medien mal verfolgt und die Geschehnisse beobachtet - seeeeehr gelassen entgegen.
Joerg on April 11, 2008 21:15 CEST